MTV Lauenstein von 1896 e.V.

Nachruf

Nachruf auf Klaus Schumacher Von Oliver Steffan

Am Samstag, den 31.03.2012 verstarb Klaus Schumacher achtundsechzigjährig nach kurzer schwerer Krankheit. Über 30 Jahre kickte Klaus in Erst-Herren-Teams im Ostkreis; beim MTV Lauenstein, BW Salzhemmendorf, WTW Wallensen und MTV Coppenbrügge zählte der Vollblutfußballer immer zu den absoluten Leistungsträgern.

Nachruf Klaus Schumacher Auflauf AWesA
Ging immer voran: Klaus Schumacher.
Für Generationen von Fußballern war der Mann, für den Fußball wahrhaftig das Leben bedeutete, Vorbild und untadeliger Kamerad zugleich. Stets verlangte er von seinen Mitspielern alles, er verlangte jedoch nur das, was er in jedem Spiel selbst vorlebte: immer 100 Prozent. Mit profihafter Einstellung, siegeshungrig, ehrgeizig, wortgewaltig, motivierend, so kannten Zuschauer und Teamkameraden ihren Klaus.

Schuster, wie er überall genannt wurde, war ein Sportsmann im wahrsten Sinne des Wortes. Er liebte den Fußball, zeigte gegenüber den Gegnern den Respekt, der ihnen gebührte, war stets fair und wurde von den Gegenspielern ob seiner Leistung und Haltung geschätzt und verehrt. Klaus verstand sich dabei stets als Teamplayer, war trotz seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bescheiden und stellte den Erfolg des Teams über alles. Foulspiele sah man bei dem kompletten Fußballer höchst selten, war er den Gegenspielern doch spielerisch und gedanklich zumeist einen Schritt voraus. Lange Jahre war der technisch beschlagene, kopfball-, lauf-  und zweikampfstarke Stratege als Stürmer erfolgreich, bevor er als Libero über Jahre umsichtig seine Abwehr dirigierte. 

Wenn Klaus seine Mitspieler anspornte, und das passierte natürlich immer wieder in jedem Spiel, dann ging ein Ruck durch das Team. Von seiner Einstellung konnten sich die Kameraden jederzeit eine Scheibe abschneiden. Nach den Spielen konnte Klaus in geselliger Runde stundenlang über diverse Spielsituationen oder den Fußball im Allgemeinen philosophieren. Sein Wort hatte Gewicht; davon profitierten vor allem die jüngeren Spieler, die er väterlich unter seine Fittiche nahm und ihnen taktische Feinheiten vermittelte; er half auf dem Feld und darüber hinaus. 

Nachruf Klaus Schumacher mit Sohn Dirk Schumacher AWesA
Beim Veteranenspiel mit Sohn Dirk.

 



Klaus war offen und immer geradeheraus. Die englischen Mitspieler, die in Lauenstein zu Freunden wurden, begrüßte er mit breitem Grinsen und seinem unverwechselbaren: „My name is Klaus Shoemaker and you?“ Besonders stolz war `Klötscher`, dass sowohl sein Sohn Dirk, der bis auf einen zweijährigen Abstecher zum damaligen Verbandsligisten Preußen Hameln den Salzhemmendorfer Blau-Weißen treu geblieben ist, als auch Enkel Kevin, der als Bezirksauswahlspieler mit der BW-B-Jugend auf Kreisliga-Meisterkurs ist, sein fußballerisches Talent geerbt haben.

Legendär die Spiele Mitte der 80er Jahre vor bis zu 700 Zuschauern als Sohn Dirk, für Blau-Weiß spielend, gegen seinen Vater Klaus, für den MTV Lauenstein spielend, kickte; Dirk schaffte mit Blau-Weiß den Aufstieg in die Bezirksklasse, Klaus wurde mit dem MTV Vizemeister …

Lauensteins zahlreiche Pokaltriumphe und die großartigen Bezirkspokalauftritte versöhnten Klaus nur ansatzweise für die mehrfach knapp verpassten Aufstiege in den Bezirk. Noch mit 66 Jahren organisierte Kapitän Klaus beim Veteranenspiel vor zweieinhalb Jahren in Salzhemmendorf in bewährter Manier seine Abwehrreihe und zeigte sein Können.

Wenn der `Alte` auf den Sportplatz kam, in den letzten Jahren vermehrt in Salzhemmendorf, dann dauerte es nicht lange, bis sich die übrigen Zuschauer, um ihn scharten; Klaus hatte eben etwas zu sagen, er stand einfach im Mittelpunkt, hatte eine naturgegebene charismatische Ausstrahlung und Autorität, die nicht zu erlernen ist.

Mit Klaus Schumacher hat uns der wohl größte Fußballer, den der Ostkreis hervorbrachte, verlassen. Er wird unvergessen bleiben.

 (Quelle : www. AWesA.de)